Apotheken-Notdienst

Apotheken haben einen gut organisierten Notdienst. Foto: Ulrich Horb
Apotheken haben einen gut organisierten Notdienst. Foto: Ulrich Horb

Erkrankungen nehmen oft keine Rücksicht auf die Öffnungszeiten von Apotheken. Deshalb gibt  es in Berlin nachts, an Wochenenden und Feiertagen einen gut organisierten Notdienst.

Ende 2019 gab es in Berlin 776 öffentliche Apotheken, die Zahl sinkt. Nur eine von ihnen – im 1. Obergeschoss des Berliner Hauptbahnhofes –  hat rund um die Uhr geöffnet. Alle anderen halten die üblichen Ladenschlusszeiten  ein.

Ein kleines Schild im Schaufenster einer jeden Apotheke zeigt an, wo auch nach Ladenschluss  pharmazeutische Hilfe bei plötzlichem Zahnschmerz, Fieber oder Magen-Darm-Infekten zu erhalten ist. Zudem gibt es seit einiger Zeit eine bundesweit einheitliche kostenlose Auskunft aus dem Festnetz unter 0800/00 22 833. Im Internet ist die Suche nach dem Apotheken-Notdienst unter www.aponet.de oder bei der Apothekerkammer Berlin möglich.

Notdienst-Finder der Apothekerkammer Berlin

Der Notdienst wechselt regelmäßig, reihum sind alle Apotheken beteiligt und die Wege zu einer geöffneten Apotheke sind in Berlin nicht weit. Aus Sicherheitsgründen öffnen Apotheker den Laden nachts nicht vollständig, Kunden machen per Klingel auf sich aufmerksam. Rezepte und Medikamente werden durch eine kleine Luke in der Tür hinein- und herausgereicht. Für die Apothekerinnen und Apotheker ist es ein anstrengender Dienst. Sie haben meist eine Schlafgelegenheit in den hinteren Räumen, aber die Ruhe wird immer wieder durch die Notdienstklingel unterbrochen. Und nicht immer stecken dahinter wirklich nur akute Notfälle, mancher Kauf hätte wohl auch zu den üblichen Öffnungszeiten erfolgen können.

Die erforderlichen Medikamente können Apotheken in der Regel sofort aus ihrem Bestand abgeben oder durch eine geeignete Alternative ersetzen. Hier haben die Apothekerinnen und Apotheker im Notdienst größere Freiheiten.

Für ihren Aufwand erheben die Apotheken zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr morgens sowie an Sonn- und Feiertagen eine Notdienstgebühr von aktuell (2020) 2,50 Euro. Sie ist unabhängig von der Anzahl gekaufter Medikamente oder eingelöster Rezepte. Krankenkassen übernehmen diese Pauschale, wenn der Arzt den nächtlichen Notfall bestätigt, indem er auf dem ausgestellten Rezept „noctu“ ankreuzt.

Um den Apotheken-Notdienst im Zeitalter der Internet-Apotheken am Leben zu erhalten, gibt es einen Unterstützungsfonds, der sich aus einem Aufschlag auf abgegebene Rx-Packungen speist. 2019 wurden je nach Quartal 270 bis 280 Euro pro geleisteten Notdienst gezahlt, 2020 sollen es 350 Euro werden.

Berliner Notruf-Telefonnummern
Polizei: 110
Feuerwehr und Rettungsdienst: 112
Gift-Notruf: (030) 19 240

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