Tanzen mit Test

Graffiti Time to dance
Zeit zu tanzen. Foto: Ulrich Horb

Corona hat die Berliner Clubszene lahmgelegt. Über Monate blieben die Türen der Clubs verschlossen, Corona-Verordnungen ersetzten die Türsteher.  Ausländische Touristen, sonst willkommene Gäste in der Hauptstadt, durften gar nicht erst anreisen, denn auch Berlins Hotels empfingen lange Zeit keine Gäste. Nun wird wieder zum Tanz gebeten – bei einer Clubnacht vom 6. bis 8. August – mit PCR-Test.

„Die aktuelle Krise stellt uns alle vor eine nie dagewesene Herausforderung“, heißt es auf der Internetseite des Sage Clubs. „Die gesamte Kunst- und Kulturlandschaft wurde de facto mit einem Berufsverbot belegt. Während sich die Freunde der elektronischen Tanzmusik und auch die größeren Bands bereits mit eigenen Angeboten aus der Quarantäne gemeldet haben, bleiben gerade für viele Bands die Türen zu.“

Mit sinkender Inzidenz hat sich die Situation im Juli 2021 verbessert. Dennoch sind Clubnächte mit Masken und Abstand kaum vorstellbar. Am Wochenende vom 6. bis 8. August 2021 startet nun im Rahmen der von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa initiierten Aktion „Perspektive Kultur: Berliner Pilotprojekt Testing“ ein neuer Modellversuch. Die Pilotveranstaltung „Clubculture Reboot“ wird von Wissenschaftler*innen der Berliner Charité begleitet. Sie soll, so die Senatsverwaltung für  Kultur und Europa, „aufzeigen, ob und wie Tanzveranstaltungen in Clubs auch unter pandemischen Bedingungen in Zukunft sicher möglich sein können“.

Beteiligt sind die Clubs Crack Bellmer, Festsaal Kreuzberg, Kitkat, Metropol, Salon zur Wilden Renate und SO36. Alle Clubs verfügen über entsprechende Lüftungsanlagen. Aber darauf wird nicht allein vertraut. Die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist auf 2000 begrenzt. Wer eines der personalisierten Tickets haben möchte, muss einwilligen, an dem wissenschaftlich begleiteten Pilotprojekt teilzunehmen und muss zwingend einen PCR-Test bei einem vorgegebenen Anbieter durchführen lassen. „Für das Pilotprojekt wird nicht zwischen geimpften und/oder genesenen und nicht geimpften Personen unterschieden“, so die Senatsverwaltung. Karten kosten 15 Euro zuzüglich 10 Euro Kaution, die nach erfolgtem Nachtest zurückgezahlt werden.

„Nach unserer Auffassung bietet nur die PCR-Diagnostik eine hinreichend große – wenn auch nie 100%ige – Sicherheit, um das Nachtleben wieder mit einer Perspektive zu versorgen. Wie das – auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten – gelingen kann, wollen wir mit diesem Piloten eruieren“, so Dr. Florian Kainzinger, Geschäftsführer von Think.Health Hygiene Solutions, die die Tests durchführen.

„Wir sind sehr froh, dass wir dieses Pilotprojekt durchführen können“, sagt Pamela Schobeß, Vorstandsvorsitzende der Berliner Clubcommission. „Wir brauchen dringend einen Plan und eine Lösung, wie wir aus unserem eineinhalb Jahre andauernden Stillstand zurück ins Clubkulturleben finden – für die Community, für die Künstler*innen, die Mitarbeitenden und die vielen anderen Gewerke, die unmittelbar mit uns verbunden sind. Wir brauchen eine Perspektive und gleichzeitig eine Möglichkeit, sichere Veranstaltungen ohne Masken und Abstand zu ermöglichen.“

Quellen:
Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa
Website des Sage Club

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