Das Schlösschen für Jazz und Blues

Jazzkneipe Yorckschlösschenan der Yorckstraße. Foto: Ulrich Horb
Jazzkneipe Yorckschlösschenan der Yorckstraße. Foto: Ulrich Horb

„Artgerechte Gasthaltung“ wird auf der Internetseite des „Yorckschlösschens“ versprochen. Dafür gibt es zum Beispiel den großen Biergarten vor der Eingangstür, der gerade in Coronazeiten besonders beliebt ist. Im Inneren zeugen zahlreiche Bilder und Plakate an den Wänden von der mehr als vierzigjährigen Geschichte als Musikkneipe. Generationen von Gästen haben hier Jazz und Blues gelauscht.

Das Eckhaus am Knick der Yorckstraße hat eine lange Biergarten-Tradition. Der Bau, in den anfangs Offiziere der nahegelegenen Kürassier-Kaserne einzogen, wurde In den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts fertiggestellt. Ein Gartenlokal lud hier Ausflügler zum Verweilen, die den nahegelegenen Kreuzberg mit dem Nationaldenkmal für die Befreiungskriege besuchten, das wenige Jahre zuvor auf einen Sockel gehoben worden war. 1888 wurde unterhalb des Denkmals der Park mit dem künstlichen Wasserfall angelegt.

Im „Yorckschlösschen“, wie der prachtvolle und bis zum Krieg mit einem Türmchen gekrönte stuckverzierte Bau   genannt wurde, wurde mal Bier ausgeschenkt, mal gab es Kaffee. Aus der Eckkneipe wurde in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts ein Treffpunkt für Studentinnen und Studenten. Die Kreuzberger Künstlerinnen und Künstler und die Musiker kehrten hier ein.

1979 übernahm Olaf Dähmlow das Lokal. Angefangen hatte der Kunststudent im „Yorckschlösschen“ als Putzkraft. Er kellnerte, zapfte, führte die Geschäfte. Und er  brachte den New-Orleans-Jazz nach Kreuzberg, nicht nur in seine Jazz-Kneipe, sondern auch in die Bergmannstraße, wo er das Jazz-Fest organisierte. Auf der kleinen Bühne des „Yorckschlösschens“ entstanden etliche Live-CDs.

Das „Yorckschlösschen“ ist Kult und ein Spiegel der Berliner Szene von den siebziger Jahren bis heute.  Gleich nach der Wiedereröffnung im Herbst 2021 nach der mehrmonatigen coronabedingten Schließung fanden auch wieder die ersten Konzerte statt.

Zu essen gibt es Scampi-Spieße, dicke Hamburger, panierte Schnitzel und – neben Suppen und etlichen Kleinigkeiten – die Berliner Boulette mit Brot.

Yorckschlösschen, Yorckstr. 15, D-10965 Berlin–Kreuzberg
Reservierungen täglich ab 17 Uhr telefonisch 030–215 80 70 oder per Mail an: postanteam@gmail.com

https://www.yorckschloesschen.de

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