Umhang auf – Vorhang noch zu

Friseurladen.
Dürfen wieder öffnen: die Berliner Friseurläden. Foto: Horb

Die Frisierumhänge kommen nach langen Wochen wieder zum Einsatz, die Theatervorhänge bleiben noch geschlossen. Seit dem 1. März ist in Berlin wieder der Besuch im Friseur-Salon möglich. Mit längeren abendlichen Öffnungszeiten reagieren einige Salons auf die große Nachfrage, manche – wie Magali Coiffeur  in Halensee – fingen am 1. März schon um Mitternacht mit Waschen, Schneiden, Legen, Haarverlängern und Haarverdichten an. Während der Friseurbesuch nun zum abendlichen Erlebnis werden kann, bleiben die Kultureinrichtungen noch geschlossen.

„Die ersten Kundinnen standen am Kurfürstendamm 101 schon eine halbe Stunde vor Öffnung Schlange“, meldete der Coiffeur-Salon in einer Pressemitteilung. Chefin Magali: „Wir sind so ausgebucht, dass wir so früh wie möglich für unsere Kundinnen da sein wollten.“  Ihr Halenseer Salon ist einer von rund 2300, die es in Berlin gibt. Mit der Öffnung gilt für die rund 7500 Friseurinnen und Friseure verpflichtend der „SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk“ der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Kundinnen und Kunden dürfen nur nach vorheriger Terminvereinbarung bedient werden und müssen den Salon mit einer FFP2-Maske oder einer medizinischen Maske betreten. Wartende dürfen sich nicht innerhalb der Betriebsräume aufhalten und die Abstände zwischen den Bedienplätzen sind auf zwei Meter vergrößert worden. Das bedeutet in den meisten Salons, dass höchstens die Hälfte der früheren Kundinnen und Kunden bedient werden könnte. Da gleichzeitig auch nur weniger Personal anwesend sein kann, heißt ein möglicher Ausweg für die Salons Schichtbetrieb.

Für die Kultureinrichtungen ist Anfang März noch keine Öffnungsstrategie erkennbar. Auch sie haben Hygienekonzepte und zum Teil neue Lüftungssysteme. Noch ist aber unklar, ob das angesichts stärkerer Infektiosität der Virus-Mutanten ausreicht. Die Abstandsregeln führen zudem dazu, dass zum Teil nur ein Drittel der Plätze in Theatern oder Kinos besetzt werden können und damit die wirtschaftliche Tragfähigkeit fraglich ist.

Dennoch laufen überall Vorbereitungen. Mit einem programmatischen Titel  will Martin Woelffer, Chef der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater die Neustart wagen: „Vorhang auf für Cyrano“, Alexis Michaliks Komödie, die 2016 in Paris uraufgeführt wurde. Sie sei, so Woelffer „eine Liebeserklärung ans Theater“.

„Vorhang auf für Cyrano“ erzählt die fiktive Entstehungsgeschichte von „Cyrano de Bergerac“. Woelffer hat sich die Rechte für die deutschsprachige Erstaufführung in Berlin gesichert. „Das Stück ist ein Schauspiel-Fest voller Phantasie für alle, die die Welt des Theaters lieben. Eine temporeiche Komödie, in der 12 Schauspieler:innnen 45 Rollen übernehmen. Wenn wir nach dem Lockdown mit dieser Produktion starten könnten, wäre das perfekt“, so der Theater-Chef.

„Vorhang auf für Cyrano“, Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater. Interessierte können sich schon jetzt die besten Plätze für den Neustart mit einer Mail unter karten@komoedie-berlin.de sichern oder unter der Telefonnummer 030/88 59 11 88.
Sobald feststeht, wann es wieder losgeht, können die Interessierten als erste buchen.
www.komoedie-berlin.de

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