Familie Flöz: Masken mit viel Gefühl

Das ehemalige Schillertheater in Charlottenburg. Foto: Ulrich Horb
Das ehemalige Schillertheater in Charlottenburg. Hier tritt „Familie Flöz“ im Januar 2022 auf. Foto: Ulrich Horb

<Aktualisiert> Unter starren Masken bleiben Mimik und Regungen von Gesichtern normalerweise verborgen.  Die international agierende Theatertruppe „Familie Flöz“ zeigt, dass sich Gefühle auch über Bewegung und Körpersprache vermitteln lassen. Vom 11. bis 23. Januar 2022 waren eigentlich vier Stücke beim Familie-Flöz-Festival zu  in der Komödie im Schillertheater geplant: Infinita, Dr. Nest, Feste (18. bis 20.) und Teatro Delusio (21. bis 23.).  Die angekündigten Vorstellungen „Infinita” (11. – 13.1.) und „Dr Nest” (14. – 16.1.) von Familie Flöz entfallen, da ein Darsteller erkrankt ist. Es gibt  Nachholtermine: „Dr. Nest”: 5. + 6. Juli / „Infinita”: 12. + 13. Juli. Bereits gekaufte Karten können telefonisch unter 030/88 59 11-88 auf einen anderen Termin oder auf einen Gutschein umgebucht werden.

Die Aufführungen der Familie Flöz kommen in der Regel ohne Sprache aus und bleiben dennoch verständlich. So findet die Gruppe auch international ein begeistertes Publikum,  in Asien, Amerika, Afrika, auf Festivals und Tourneen in Europa. Etliche Preise haben die 13 Produktionen erhalten.

Die Produktion „Dr. Nest“ läuft  in der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater  mit drei anderen Stücken im Rahmen des Familie-Flöz-Festivals im Januar 2022.  „Dr. Nest“ führt in eine abgelegene Heilanstalt und gibt Einblicke in die Wirrnisse der menschlichen Psyche.

„Feste“ (Uraufführung im August 2021) erzählt die Geschichte einer glanzvollen Hochzeit in einem Haus am Meer und zeigt, wie im Hintergrund geschuftet und gearbeitet wird, um das perfekte Ereignis zu schaffen. Respekt und Würde sind Themen des Stücks.

„Infinita“ ist ein kurzer Abriss des Lebens, thematisiert Beginn, Existenz und Vergänglichkeit.   „Das Leben selbst spielt die Hauptrolle, seine kreative Kraft, die uns scheitern und triumphieren lässt“, so die Familie Flöz über ihr Stück.

Teatro Delusio bietet den Figuren auf der Bühne eine eigene Bühne und führt in die Welt des Theaters.

Die Familie Flöz hat in Berlin eine feste Fangemeinde. In Berlin war 2019 das Stück „Hotel Paradiso“ im von der Komödie am Kurfürstendamm genutzten früheren Schillertheater zu sehen, die Berliner Premiere war am 10. September 2019.  Hotel Paradiso führte in ein kleines Familienhotel in den Bergen, in dem sich menschliche Abgründe und schwarzer Humor vermischen. Mit der Staatsoper Berlin produzierte die Gruppe, die im Ruhrgebiet ihre Anfänge hatte und seit 2001 in Berlin eine Heimat gefunden hat, 2019 das Stück „Himmelerde“. „Himmelerde“ nimmt die Lieder der Romantik von. Franz Schubert, Robert Schumann, Gustav Mahler, Anton Webern, die von der Familie Flöz und Musicbanda Franui, einer Musikergruppe aus Osttirol, neu interpretiert werden. Franui sieht sich als „Umspannwerk zwischen Klassik, Volksmusik, Jazz und zeitgenössischer Kammermusik“. Die großen Empfindungen der Romantik, Abschied und Tod, spielen in „Himmelerde“ die zentrale Rolle. Klassische Musik begleitet die Bewegungen der maskenbedeckten Wesen, die Inszenierungen haben ihren eigenen skurrilen und mitunter auch melancholischen Humor.

1996 entstand die Truppe aus dem damaligen Studiengang Pantomime (heute „Physical Theatre“) an der Folkwang-Hochschule in Essen. In einem Flöz, einer Gesteinsschicht, lagern nützliche Stoffe. Und ein Flöz stand am Anfang der Theatergruppe: In der ehemaligen Zeche Hannover in Bochum  fand die Uraufführung von „Familie Flöz kommt Über Tage“ statt, eine Stück, das den  Bergbau dieser Region würdigte. Die Familie Flöz ist in unterschiedlicher Besetzung mit verschiedenen Stücken auf Tour.

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