Paris Bar

Paris-Bar
Paris-Bar an der Kantstraße. Foto: Ulrich Horb

Viel Kunst und Kultur ist hier versammelt, an den Wänden wie an den Tischen. Dicht gedrängt hängen Fotos und Arbeiten bekannter Künstlerinnen und Künstler. Zu den Gästen gehören Modeschöpfer und Maler, Models, Schauspielerinnen und Schauspieler, Regisseure, Politiker. Im Sommer stehen ein paar Tische vor der Fensterfront auf der Kantstraße. Man trifft sich hier während der Berlinale oder während großer Modemessen in einem Restaurant mit Bistro-Atmosphäre und rotem Leder auf den Sitzbänken im Inneren.

Für den Kult-Charakter der Paris-Bar hatte  Michel Würthle gesorgt. Zusammen mit Ingrid und Oswald Wiener hatte der Österreicher, der einige Zeit in Paris gelebt hatte, zunächst das Charlottenburger „Matala“ und Anfang der siebziger Jahre das Szenelokal „Exil“ am Paul-Lincke-Ufer in Kreuzberg eröffnet. Ende der siebziger Jahre übernahm er zusammen mit Reinhold Nohal die 1950 eröffnete Paris-Bar an der Charlottenburger Kantstraße und entsorgte die Fischernetze und Deko-Krebse.  Würthle zeichnete und schrieb, wenn er sich gerade nicht um seine Gäste kümmerte.  Martin Kippenberger, als Maler den „Neuen Wilden“ zugerechnet und Geschäftsführer des Punk-Treffpunkts SO 36,  steuerte in dieser Zeit provokative Kunst für die Wände bei, mit denen er seine Rechnungen in der Bar bezahlte. Nicht alle Charlottenburger Gäste konnten sich mit den Gemälden anfreunden, die Akzeptanz stieg erst mit den Jahren, in denen die Paris-Bar internationales Renomme gewann. Die legendäre Bar mit dem Promi-Faktor behauptete sich auch allen Verrissen  von Gastro-Kritikern zum Trotz und trotz mancher Beschwerde über den Service.  Und sie überstand die Wendezeit mit der Verlagerung des Stadtzentrums vom alten Westen in den neuen Osten. Erst die Steuerfahndung löste 2005 eine Krise und einen Insolvenzantrag aus. Viel Geld war unversteuert durch die Kasse der Paris Bar geflossen und hatte damit wohl erst das langjährige Überleben des Lokals ermöglicht.  Mit Bewährungsstrafen wurde 2011 gewürdigt, dass es den beiden Wirten nicht um eine persönliche Bereicherung gegangen war. Mit dem Verkauf von Bildern – ein Bild der Paris Bar von Kippenberger erzielte bei einer Auktion 2, 7 Millionen Euro – wurden Schulden zurückgezahlt.  Die Paris Bar überstand mit neuer Geschäftsführung auch diese Zeit und behielt ihren legendären Ruf.

Auf der Karte stehen u.a. gemischte Vorspeisen,  französische Zwiebelsuppe oder Entrecôte.   

Kantstraße 182, 10623 Berlin, täglich 12-2 Uhr, Küche bis 1 Uhr, Telefon +49 (30) 313 80 5, Email: office@parisbar.net, Reservierung: +49 (30) 313 80 52 oder office@parisbar.net, Internet: http://www.parisbar.net/

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