Familie Flöz: Masken mit viel Gefühl

Das ehemalige Schillertheater in Charlottenburg. Foto: Ulrich Horb
Das ehemalige Schillertheater in Charlottenburg. Hier tritt „Familie Flöz“ im September auf. Foto: Ulrich Horb

Unter starren Masken bleiben Mimik und Regungen von Gesichtern normalerweise verborgen.  Die international agierende Theatertruppe „Familie Flöz“ zeigt, dass sich Gefühle auch über Bewegung und Körpersprache vermitteln lassen. Mit der Staatsoper Berlin produzierte die Gruppe, die im Ruhrgebiet ihre Anfänge hatte und seit 2001 in Berlin eine Heimat gefunden hat, zuletzt das Stück „Himmelerde“. Im September 2019 gastiert „Familie Flöz“ in der Komödie am Kurfürstendamm im Berliner Schiller-Theater.

1996 entstand die Truppe aus dem damaligen Studiengang Pantomime (heute „Physical Theatre“) an der Folkwang-Hochschule in Essen. In einem Flöz, einer Gesteinsschicht, lagern nützliche Stoffe. Und ein Flöz stand am Anfang der Theatergruppe: In der ehemaligen Zeche Hannover in Bochum  fand die Uraufführung von „Familie Flöz kommt Über Tage“ statt, eine Stück, das den  Bergbau dieser Region würdigte.

Die Aufführungen der Familie Flöz kommen in der Regel ohne Sprache aus und bleiben dennoch verständlich. So findet die Gruppe auch international ein begeistertes Publikum,  in Asien, Amerika, Afrika, auf Festivals und Tourneen in Europa. Etliche Preise haben die inzwischen 14 Stücke erhalten.

Klassische Musik begleitet die Bewegungen der maskenbedeckten Wesen, die Inszenierungen haben ihren eigenen skurrilen und mitunter auch melancholischen Humor.

„Himmelerde“ nimmt die Lieder der Romantik von. Franz Schubert, Robert Schumann, Gustav Mahler, Anton Webern, die von der Familie Flöz und Musicbanda Franui, einer Musikergruppe aus Osttirol, neu interpretiert werden. Franui sieht sich als „Umspannwerk zwischen Klassik, Volksmusik, Jazz und zeitgenössischer Kammermusik“. Die großen Empfindungen der Romantik, Abschied und Tod, spielen in „Himmelerde“ die zentrale Rolle.

Die Familie Flöz ist in unterschiedlicher Besetzung mit verschiedenen Stücken auf Tour. In Berlin zeigt sie als nächstes das Stück „Hotel Paradiso“ im von der Komödie am Kurfürstendamm genutzten früheren Schillertheater, die Berliner Premiere ist am 10. September 2019, weitere Vorstellungen sind am 11. und 15. September 2019.  Hotel Paradiso führt in ein kleines Familienhotel in den Bergen, in dem sich menschliche Abgründe und schwarzer Humor vermischen. Die Produktion „Familie Flöz: Dr Nest“ läuft – ebenfalls in der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater – vom 12. bis 14. September 2019.

Staatsoper Unter den Linden. Foto: Ulrich Horb
Staatsoper Unter den Linden. Foto: Ulrich Horb

Nächste Aufführungen von „Himmelerde“ in der Staatsoper Unter den Linden:  3. April 2020 (19.30 Uhr),  6. April 2020 (19.30 Uhr). Regulärer Vorverkaufsbeginn für Einzelkarten am 4. Mai 2019 10 Uhr. Vorgezogener Vorverkauf für Vorkaufsberechtigte am 27. April 2019 10 Uhr.

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