Cinema Bundesallee

Cinema an der Bundesallee 111. Foto: Ulrich Horb
Cinema an der Bundesallee 111. Foto: Ulrich Horb

Es ist eine gute Kinogegend. Im Umkreis von zwei Kilometern rund um das Cinema  an der Bundesallee befinden sich vier weitere Kinos, darunter mit dem Titania Palast auch ein Multiplex mit sieben Sälen und über 1200 Plätzen. Dennoch kann sich das kleine Cinema in Sichtweite des Walter-Schreiber-Platzes, das heute ebenso wie der Titania-Palast und das Steglitzer Adria zur Cineplex-Gruppe gehört, immer noch behaupten.  Dazu trägt auch ein abgestimmtes Programm der verschiedenen Häuser bei, das Cinema setzt seinen Schwerpunkt  dabei auf anspruchsvollere aktuelle Filme zu günstigen Ticketpreisen. 

Der Vorraum mit der Kasse ist klein, so können sich vor dem Beginn des Films schon einmal Schlangen auf der Straße bilden.  Lang und schmal ist der Kinosaal mit heute 102 Plätzen  in 16 Reihen und einer 15-Quadratmeter-Leinwand.

Ab 1911 gab es an der Kaiserallee 111, der heutigen Bundesallee, ein Stummfilmkino, das Corso von Artur Franke und Karl Dobin mit rund 200 Plätzen. 1919 wurden daraus die Colibri-Lichtspiele.  Ende der zwanziger Jahre  benannte es die neue Inhaberin Wilhelmine Brunsfeld, die das Kino von der National-Film-Theater GmbH übernommen hatte, in  Friedenauer Lichtspiele (Kolibri) um. Dem Stummfilm blieb man treu. Zu  Beginn der dreißiger Jahre führte Erich Schulz das Kino, 1934 wurde Paul Schwindke neuer Eigentümer. Ab 1938 und bis Ende der fünfziger Jahre wurde das Haus mit seinen nun 188 Plätzen durchgehend von Erwin Hanke geführt. Die seitlichen Logen wurden bei einem Umbau 1941 beseitigt, um Raum für Toiletten zu schaffen. 

1959 wurde das Kino von Lothar Rösner übernommen,  der es modernisierte und die Zahl der Sitzplätze auf 163 reduzierte. Nun liefen hier auch Filme im breiten Cinemascope-Format, was auch der neue Name „Cinema Friedenau“ signalisierte.  In den siebziger und achtziger Jahren führte es die Familie Zyber. Mit einem künstlerisch anspruchsvollen Programm wurde die Off-Szene angesprochen. Zwischen 1989 und 1993 gehörte es zur UFA-Gruppe. Seitdem wird es von der Cineplex-Gruppe betrieben, die es 2015 mit Digitaltechnik ausstattete und 2017 renovierte. Dabei wurden  die hellen Wände rot gestrichen.  Rote Sessel sorgen für Bequemlichkeit.   

Bundesallee 111
12161  Berlin – Schöneberg
Telefon: 030/8523004
https://www.cineplex.de/berlin-titania/

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